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Binning

 
Binning nennt man das Zusammenfassen von Intensitäten benachbarter Bildelemente, bzw. das zusammenfassen von Einzelpixel zu Pixelblöcke. Beim Binning wird die Ortsauflösung entsprechend der Anzahl der zusammengefassten Pixel reduziert.

Man unterscheidet zwischen Software Binning und Hardware Binning, wobei jede dieser Arten Vor- und Nachteile hat.

Das Hardware Binning wird direkt auf dem CCD-Bildsensor durch Zusammenfassen der gebildeten Ladungsträger mehrerer Bildpunkte beim Bildauslesen durchgeführt, indem man beim Zeilen Binning die Ladungen mehrerer Zeilen in das Ausleseregister schiebt, bevor man sie zur Ausgangsstufe transferiert, bzw. beim Spalten Binning die Ladungen mehrerer Zellen des Ausleseregisters in die Ausgangsstufe schiebt, bevor man sie ausliest. Da man diese zusammengefassten Ladungen nur einmal auslesen muss, entsteht für die Gesamtintensität mehrerer Pixel nur einmal das Ausleserauschen und man erreicht einen entsprechend der gebinnten Pixelzahl höheren Signal/Rauschabstand (siehe dort). Das Hardware Binning ist also bei kleinen Intensitäten sinnvoll, wenn man eine reduzierte Bildauflösung tolerieren kann. Zu beachten sind die maximalen Sättigungskapazitäten des Ausleseregisters und der Ausgangsstufe, die im Allgemeinen nicht die vollen gebinnten Ladungsmengen verarbeiten können, so dass bei hohen Intensitäten Blooming auftreten kann.

Das Software Binning erfolgt nach der Bildaufnahme durch Addition der Intensitäten benachbarter Bildpunkte im Bildspeicher. Software-Binning ist immer dann empfohlen, wenn durch Addition der Intensitäten das Photonenrauschen bei mittleren und höheren Intensitäten (Photometrie, Hellfeldmikroskopie, Strahlprofilvermessung etc.) vermindert werden soll, was man im SNR-Diagramm analysieren kann. Man erhöht die Messgenauigkeit um die Quadratwurzel der Anzahl der gebinnten Pixel. Beim Hardware-Binning wird die Auslesezeit entsprechend der verringerten Anzahl der auszulesenden Zeilen verkürzt, was zu einer höheren Messfrequenz führt.

Bei zeitabhängigen Bildsequenzen kann man oft durch geschickte Wahl einer Kombination von Binningfaktoren einen guten Kompromiss zwischen Ortsauflösung und Zeitauflösung finden.

Schematischer Beispiel-Zyklus des 2x2 Hardware-Binnings einer 4x4 CCD-Matrix:


1. Belichtung                                                2. Zeilenshift 1                                 3. Zeilenshift 2                                  4. Spaltenshift 1                             5. Spaltenshift 2

Nach Belichtung der einzelnen Pixel der CCD-Matrix mit der relativen Intensität 1 werden die Ladungen mit dem anschließenden Transfer in die Speicherzone transportiert. Zu Beginn des Auslesens werden nun mit dem Zeilenshift 1 die Ladungen aller Zeilen um eine Zeile in Richtung des Ausleseregisters geschoben, wobei sich die Ladungen der untersten Zeile nun im Ausleseregister befinden (In der obersten Zeile sind nun keine Ladungen mehr). Mit dem analog ablaufenden Zeilenshift 2 werden die nun in das Ausleseregister transferierten Ladungen und die vorher dort schon vorhandenen zur Intensität 2 addiert. Ein ähnlicher Transfer transportiert die Ladungen mit dem Spaltenshift 1 und dem Spaltenshift 2 vom Ausleseregister in die Ausgangsstufe. Nach dem Auslesen der Ladung mit der Intensität 4 aus der Ausgangsstufe zur Verarbeitungselektronik wird die Ausgangsstufe gelöscht, die nächsten beiden Zellen des Ausleseregisters werden analog ausgelesen und so weiter.